Gaspreise checken & bares Geld sparen

Sparen durch Gasanbieterwechsel

Gas (1)130 Euro – so hoch ist der Betrag, den deutsche Haushalte im abgelaufenen Kalenderjahr 2015 bei der Gasversorgung oben drauf gezahlt haben. Eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion hat ergeben, das Verbraucher in Deutschland zu hohe Kosten für die Gasversorgung entrichten.
Kalkuliert wurden bei der Studie die Kosten für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh. 130 Euro für jeden Haushalt, das entspricht einem zusätzlichen Gewinn der Gasversorger in Höhe von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Um den entgegenzutreten, sollten deutsche Verbraucher einen Gasanbieterwechsel in Betracht ziehen.

2016 bleibt teuer

Gas (3)Seit Ende 2013 führt ein Überangebot an Erdgas zu sinkenden Preisen an der Energiebörse. Als wesentlicher Energieträger für die Heizungen wird fast jeder zweite Haushalt in Deutschland durch Gas erwärmt.
Von über 700 Grundversorgern auf dem deutschen Markt haben weniger als ein Viertel Preissenkungen angekündigt. Im Schnitt liegen die Vergünstigungen bei rund 4,5 Prozent und damit deutlich unter dem, was beim Einkauf an der Börse gespart wird. Von rund 36 Millionen Verbrauchshaushalten in Deutschland würden nur 4 Millionen Haushalte im geringen Maße profitieren. Theoretisch ist es möglich, das fast alle 36 Millionen Haushalte vom billigen Gas profitieren – im Rahmen eines Gasanbieterwechsels zu einem preiswerten Gasanbieter auf dem deutschen Markt.

Gasanbieter vergleichen und sparen

Der Trend zu hoher Energiekosten für die Gasversorgung zeigt sich seit Jahren, doch einen Gaspreisvergleich ziehen nur wenige Haushalte in Betracht. Dabei ergibt sich ein hohes Sparpotenzial für Gaskunden einzig durch einen Wechsel zu einem günstigen Gasanbieter.
Ein Vergleich von Gasanbieter ist dank des Internets in wenigen Sekunden möglich. Auf einschlägig bekannten Portalen können interessierte Nutzer einen Gasanbietervergleich durchführen. Alles, was sie dazu benötigen, ist die Postleitzahl des Wohnortes und die Höhe des Gasverbrauches innerhalb eines Kalenderjahres.  Einfach diese Daten in den Gaspreisrechner eintrippen und schon kommen die passenden Ergebnisse. Das Sparpotenzial kann bei einer vierköpfigen Familie im dreistelligen Bereich liegen.

Gasverbrauch kalkulieren

Gas (4)Die einfachste Möglichkeit zur Bestimmung des Gasverbrauches innerhalb eines Jahres bietet die letzte Gasabrechnung. Sie gibt Auskunft darüber, wie viel Kilowattstunden während einer Abrechnungsperiode von 12 Monaten verbraucht wurden. Ist keine Abrechnung vorhanden, weil beispielsweise der Wohnort gewechselt wurde, dann kann der Verbrauch auch ungefähr geschätzt werden. Pauschal wird vermutet, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern 20.000 kWh Gas verbraucht. Einflussgrößen bei der Bestimmung des Verbrauchs sind neben der Größe und dem Alter des Hauses die Art der Gasnutzung. Wird es zum Heizen und zur Warmwasserversorgung verwendet, ist der Verbrauch zwischen zehn und fünfzehn Prozent höher.
Die Bestimmung des ungefähren Verbrauchs ist wichtig für die Ermittlung der monatlichen Abschläge. Die meisten Anbieter ziehen monatlich einen festen Betrag vom Konto des Verbrauchers ab. Eine weitere Option ist die Vorauszahlung. Experten raten von diesem Bezahlmodell jedoch ab. Gerät der Anbieter während des Versorgungszeitraums in finanzielle Schieflage, kann die Vorauszahlung teilweise oder komplett entfallen.

Der Wechselprozess

Gas (2)Ist ein Anbieter für billiges Gas mittels eines Gasrechners gefunden, kann der Wechselprozess in wenigen Minuten über das Internet erledigt werden. Viele Anbieter übernehmen die Kündigung des Liefervertrages beim bisherigen Versorger und garantieren die lückenlose Versorgung ab Vertragsbeginn.
Eine Unterbrechung der Gasversorgung muss in keinem Fall gefürchtet werden. Sollte es zu Schwierigkeiten bei der Anschlussversorgung mit dem neuen Gasanbieter kommen, springt automatisch der Grundversorger ein. Er beliefert den Haushalt so lange mit Gas, bis ein günstiger Gasanbieter die Versorgung übernimmt.

Wissenswertes zum Gasanbietervergleich

Bei der Suche nach einem preiswerten Anbieter von Gas sollten Verbraucher sich nicht von günstigen Preisen blenden lassen. Sie werden häufig durch hohe Bonuszahlungen erreicht, die im zweiten Vertragsjahr nicht mehr gewährt werden. Entscheidend für den Endpreis sind im Wesentlichen zwei Faktoren – der Grundpreis und der Preis pro Kilowattstunden.
Der Grundpreis kann von jedem Anbieter frei definiert werden. Er ist unabhängig vom billigen Gas und fällt jeden Monat an. Der Preis pro Kilowattstunde richtet sich hingegen gänzlich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Kunden zahlen nur, was sie schlussendlich auch verbraucht haben. Hier zahlt sich ein sparsamer Verbrauch also im Geldbeutel des Gaskunden aus. Beide Preise – der Grundpreis sowie die Kosten für eine Kilowattstunde – sollten beachtet werden, wenn man einen Gasanbieter wechseln möchte.
Neben den Kosten ist die Vertragslaufzeit ein weiterer Faktor, der bei Neuabschluss eines Gasliefervertrags beachtet werden sollte. Länger als 12 Monate sollte ein Vertrag bei einem Gasanbieterwechsel nicht dauern. Als Kunde besteht so die Möglichkeit, im kommenden Jahr auf die Entwicklung der Gaspreise zu reagieren. Zu beachten ist dabei die Kündigungsfrist, die meist 4 Wochen beträgt.

Vorteil für Neukunden

Gas (5)Die gleiche Studie, die zu hohe Kosten in Höhe von 130 Euro offenbarte, brachte auch eine weitere Erkenntnis mit sich. Vom günstigen Gas profitieren nur Neukunden bei Unternehmen. Gesunkene Preise werden vor allem an neue Kunden weitergegeben, die den Gasanbieter wechseln.
Sie profitieren zudem von Neukundenrabatten in Form von Preisnachlässen oder einmaligen Gutschriften. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes hat sich die Zahl der Gasanbieter und damit der Konkurrenzkampf deutlich erhöht. Die Profiteure sind dabei Neukunden.
Die Verlierer des Preiskampfes sind hingen Bestandskunden, die keinen Gasvergleich durchführen. Sie erhalten keinen Rabatt oder eine Gutschrift und zahlen meist auch höhere Grund- und Kilowattstundenpreise. Schlussendlich finanzieren sie mit höheren Abgaben den Preiskampf bei der Akquise neuer Kunden.

Wo die Kosten am höchsten sind

Gaskunden aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg zahlen bundesweit die höchsten Preise für ihren Gasverbrauch. Nutzer aus diesen Bundesländern sollten sich besonders darum bemühen, einen Gastarifvergleich durchzuführen und ihren bisherigen Gasanbieter zu wechseln.
Am höchsten, so zeigt es die Studie, sind die Verbrauchskosten bei den Grundversorgern. Ihre Kosten liegen bis zu 15 Prozent über den Durchschnitt für billiges Gas. Eben diese Grundversorger sind es auch, die bei einem misslungen Gasanbieterwechsel die Versorgung übernehmen – zu überhöhten Preisen. Das gilt für das gesamte Bundesgebiet. Wirklich günstiges Gas beziehen Kunden nur durch einen Gasanbietervergleich und einem anschließenden Gasanbieterwechsel.

Gaspreise checken am 12. Januar 2016 ist bewertet mit 4.9 of 5